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Minimalinvasive Chirurgie

Arthroskopie (Gelenkspiegelung)

Operieren durch Schlüssellöcher: Diagnose und Therapie in einem Eingriff – schonend, präzise, tagesklinisch.

Medizinische Information · Stand: Juli 2026 · OA Dr. Georg C. Bézard

Was ist eine Arthroskopie

Bei der Arthroskopie (Gelenkspiegelung, also einer Untersuchung des Gelenks von innen) wird über einen wenige Millimeter kleinen Zugang eine Kamera in das Gelenk eingeführt; über einen zweiten Zugang arbeiten feine Instrumente. So lassen sich Schäden an Knorpel, Menisken (den beiden knorpeligen Puffern im Kniegelenk), Bändern und Sehnen nicht nur exakt beurteilen, sondern in derselben Sitzung behandeln – vom Glätten eines Knorpelschadens über die Meniskusnaht (das Vernähen eines eingerissenen Meniskus) bis zur Stabilisierung der Schulter.

Auf einen Blick
  • Minimalinvasiver Eingriff über 2–3 kleine Hautschnitte
  • Kamera in HD (hochauflösende Bildqualität): Knorpel, Menisken, Bänder und Sehnen direkt beurteilbar
  • Diagnose und Behandlung meist in derselben Sitzung
  • Kürzere Erholung, kleinere Narben, weniger Schmerzen als offene Chirurgie (also als eine Operation mit größerem Schnitt)

Ablauf und Erholung

Die meisten Arthroskopien erfolgen tagesklinisch (das heißt, Sie können am selben Tag wieder nach Hause) in Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) oder Regionalanästhesie (Betäubung nur eines Körperbereichs). Gehen bzw. Bewegen ist je nach Eingriff früh erlaubt; die kleinen Wunden heilen innerhalb von 10–14 Tagen. Wichtig ist die abgestufte Nachbehandlung – sie richtet sich nach dem, was im Gelenk tatsächlich gemacht wurde.

Ehrlichkeit gehört dazu: Nicht jedes Gelenkproblem ist ein Grund für eine Arthroskopie. Beim degenerativen Meniskusriss (einem durch Verschleiß entstandenen Meniskusriss) oder beim unkomplizierten Impingement der Schulter (einer schmerzhaften Einklemmung von Gewebe in der Schulter) ist Training laut Studienlage oft gleichwertig oder besser – solche Eingriffe führe ich nur durch, wenn die Evidenz (die wissenschaftlichen Belege) und der individuelle Befund dafürsprechen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Arthroskopie?

Je nach Eingriff 20 Minuten bis gut eine Stunde. Die meisten Patienten gehen am selben Tag nach Hause.

Welche Narkose ist nötig?

Meist eine kurze Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) oder eine Regionalanästhesie (Betäubung nur eines Körperbereichs) – das wird individuell mit der Anästhesie (dem für die Narkose zuständigen Team) besprochen.

Wie schnell bin ich wieder fit?

Nach kleinen Eingriffen (z. B. Meniskusteilresektion, dem teilweisen Entfernen von beschädigtem Meniskusgewebe) Alltag nach wenigen Tagen, Sport nach 4–6 Wochen. Nach rekonstruktiven Eingriffen (also wiederherstellenden Operationen wie einer Naht oder einer Plastik, dem Ersatz einer Struktur) entsprechend länger – der Plan wird vorab klar besprochen.

Fazit – das Wichtigste für Sie
  • Bei der Gelenkspiegelung wird über wenige Millimeter kleine Schnitte eine Kamera in Ihr Gelenk eingeführt, sodass der Arzt Schäden an Knorpel, Menisken, Bändern und Sehnen sehen und meist gleich behandeln kann.
  • Der Eingriff ist schonend: Die kleinen Wunden heilen in 10 bis 14 Tagen, und Sie können meist noch am selben Tag wieder nach Hause.
  • Wie schnell Sie wieder fit sind, hängt vom Eingriff ab – nach kleinen Eingriffen ist Sport oft nach 4 bis 6 Wochen möglich, nach größeren Operationen dauert es länger.
  • Nicht jedes Gelenkproblem braucht eine Operation: Bei Verschleiß-bedingten Beschwerden ist gezieltes Training oft genauso gut oder besser – lassen Sie sich beraten, was in Ihrem Fall sinnvoll ist.
OA Dr. Georg C. Bézard
OA Dr. Georg C. Bézard
Facharzt für Orthopädie und Traumatologie · Facharzt für Unfallchirurgie · Wien & Tulln