Schulterspezialist in Wien
Diagnose, konservative Therapie und arthroskopische Chirurgie der Schulter — von einem Facharzt, der beides macht: operieren und davon abraten.
Wenn die Schulter nachts weh tut
Die meisten Patientinnen und Patienten kommen mit einer von drei Geschichten: Schmerz beim Arbeiten über Kopf, Schmerz beim Liegen auf der betroffenen Seite, oder eine Schulter, die nach einem Sturz nicht mehr das tut, was sie soll. Dahinter stehen meist Probleme der Rotatorenmanschette (die Gruppe von Sehnen und Muskeln, die die Schulter stabilisiert und bewegt), ein Impingement (eine schmerzhafte Einengung, bei der Sehnen unter dem Schulterdach eingeklemmt werden), ein Kalkdepot (eine Kalkeinlagerung in einer Sehne) oder eine Instabilität (eine Schulter, die zu locker sitzt und leicht aus dem Gelenk springt).
Der wichtigste Teil meiner Arbeit ist die Unterscheidung: Was braucht wirklich eine Arthroskopie (eine Gelenkspiegelung, also einen kleinen Eingriff mit einer Kamera und feinen Instrumenten durch winzige Schnitte) — und was wird mit gezielter Therapie in Monaten von selbst besser? Diese Entscheidung treffe ich gemeinsam mit Ihnen anhand des Untersuchungsbefundes, Ihrer persönlichen Ansprüche und der aktuellen wissenschaftlichen Studienlage.

- Schmerzen in der Nacht und Kraftverlust sind die Alarmzeichen, nicht der Schmerz allein
- Ein Impingement (die schmerzhafte Einengung von Sehnen unter dem Schulterdach) wird in erster Linie konservativ behandelt, also ohne Operation — die wissenschaftliche Datenlage spricht gegen eine routinemäßige Gelenkspiegelung
- Bei einem Riss der Rotatorenmanschette (der stabilisierenden Sehnen der Schulter) entscheiden Größe des Risses, Alter und Funktion der Schulter, nicht das MRT (die Magnetresonanztomografie, ein Schnittbildverfahren ohne Röntgenstrahlen) allein
- Eine Zweitmeinung vor jeder Schulteroperation ist ausdrücklich erwünscht
Was die Studienlage sagt
Beim sogenannten subakromialen Impingement (der Einengung im Raum unterhalb des Schulterdachs) zeigen randomisierte Studien (das sind Studien, bei denen die Patienten per Zufall den Behandlungsgruppen zugeteilt werden; hier die Studien CSAW und FIMPACT) keinen relevanten Vorteil der Dekompression (der operativen Erweiterung dieses engen Raumes) gegenüber Physiotherapie oder einer Scheinoperation (einem nur zum Vergleich durchgeführten Eingriff ohne den eigentlichen Behandlungsschritt). Das heißt nicht „keine Behandlung“ — es heißt: zuerst konsequente Therapie, eine Operation nur bei klarer Begründung.
Beim Riss der Rotatorenmanschette (der stabilisierenden Sehnen der Schulter) ist die Lage differenzierter: Eine Rekonstruktion (das operative Wiederannähen der gerissenen Sehne) bringt bei jüngeren, aktiven Patienten und bei Kraftverlust einen deutlichen Gewinn.

Ablauf
Klinische Tests (körperliche Untersuchungen und Bewegungsprüfungen), Ultraschall und die Durchsicht bereits vorhandener Bilder. 30 Minuten, keine Fließbandmedizin.
Schriftlich, mit Alternativen und der Frage: Was passiert, wenn wir nichts tun?
Konservativ (ohne Operation) begleitet oder mit einer Gelenkspiegelung operiert — jeweils mit klar festgelegten Etappenzielen.
Kontrolluntersuchungen in festen Abständen, Rückkehr zu Sport und Beruf richtet sich nach der wiedergewonnenen Funktion, nicht nach dem Kalender.
Häufige Fragen
Muss ein Rotatorenmanschettenriss immer operiert werden?
Nein. Kleine, verschleißbedingte Risse bei Menschen mit geringem Anspruch an die Schulter werden häufig erfolgreich ohne Operation behandelt. Bei Kraftverlust, bei jüngeren Patienten und bei Rissen, die durch einen Unfall entstanden sind, ist die Rekonstruktion (das operative Wiederannähen der Sehne) klar überlegen.
Wie lange bin ich nach einer Schulterarthroskopie ausfällig?
Bei Bürotätigkeit meist 2–3 Wochen, bei körperlicher Arbeit 3–6 Monate — abhängig von der Art des Eingriffs. Nach einer Sehnennaht (dem Wiederannähen der gerissenen Sehne) folgt eine Abduktionsschiene (eine Schiene, die den Arm leicht vom Körper abgespreizt ruhigstellt, damit die Sehne entlastet heilen kann) für 4–6 Wochen.
Brauche ich vorher ein MRT?
Nicht zwingend. Die körperliche Untersuchung und der Ultraschall führen oft schon zur Diagnose. Ein MRT (eine Magnetresonanztomografie, ein Schnittbildverfahren ohne Röntgenstrahlen) ordne ich an, wenn es die Entscheidung tatsächlich ändert.
- Ihre Schulterschmerzen kommen meist von den Sehnen oder einer Einengung im Gelenk – Schmerzen in der Nacht und Kraftverlust sind dabei die wichtigsten Warnzeichen.
- Nicht jede Schulter muss operiert werden: Bei einer Einengung unter dem Schulterdach hilft in der Regel zuerst eine gezielte Behandlung ohne Operation.
- Ob eine Sehnennaht sinnvoll ist, hängt von Ihrem Alter, der Größe des Risses und dem Kraftverlust ab – nicht allein vom Bild aus der Röntgen- oder MRT-Untersuchung.
- Holen Sie sich vor jeder Schulteroperation ruhig eine zweite Meinung ein – das ist ausdrücklich erwünscht.
