Den richtigen Handchirurgen finden
Wien hat eine ungewöhnlich dichte handchirurgische Landschaft. Woran Sie erkennen, wer für Ihr Problem der oder die Richtige ist.
Warum diese Seite keine Rangliste ist
Wer nach dem „besten“ Handchirurgen sucht, sucht in Wahrheit nach dem passenden. Und der hängt vom Problem ab: Die Ärztin, die eine zerrissene Beugesehne hervorragend rekonstruiert, ist nicht automatisch die richtige Adresse für ein Karpaltunnelsyndrom – und umgekehrt.
Dazu kommt ein Umstand, den ich offen nennen möchte: Als praktizierender Arzt in Wien darf ich Kolleginnen und Kollegen nicht öffentlich bewerten oder in eine Reihenfolge bringen. Das ist in Österreich standesrechtlich untersagt, und es wäre auch wenig glaubwürdig – ich bin ja Partei. Was ich stattdessen tun kann, ist Ihnen zu zeigen, woran Sie selbst erkennen, ob Sie richtig sitzen.
Fünf Fragen, die weiterhelfen
1. Wie oft macht die Ärztin oder der Arzt genau diesen Eingriff?
Erfahrung entsteht durch Wiederholung. Fragen Sie ruhig direkt nach der Zahl pro Jahr. Eine gute Antwort ist eine konkrete Zahl, keine Floskel.
2. Welche Verfahren werden angeboten – und welche nicht?
Wer nur ein Verfahren anbietet, wird Ihnen dieses empfehlen. Wer mehrere beherrscht, kann abwägen. Fragen Sie, welche Alternativen es gibt und warum gerade die vorgeschlagene gewählt wird.
3. Wird mit Ultraschall untersucht?
Der hochauflösende Ultraschall zeigt Nerven und Sehnen in Bewegung und deckt Ursachen auf, die ein Röntgenbild nie zeigt – ein Ganglion etwa, das auf den Nerv drückt. An der Hand gehört er heute zur Standardabklärung.
4. Operiert dieselbe Person, die untersucht hat?
Nicht zwingend nötig, aber angenehm: Es erspart Ihnen, Ihre Geschichte zweimal zu erzählen, und die Verantwortung bleibt an einer Stelle.
5. Wie wird über Risiken gesprochen?
Ein ehrliches Gespräch nennt auch, was schiefgehen kann und was die Operation nicht leisten wird. Wer nur Erfolg verspricht, verschweigt etwas.
Wann jemand anderer die bessere Adresse ist
Handchirurgie ist ein weites Feld, und kein Einzelner deckt es ganz ab. Es gibt Situationen, in denen ich selbst weiterverweise:
- Replantationen – abgetrennte Finger gehören in ein Zentrum mit durchgehender Bereitschaft und mikrochirurgischer Ausstattung, also einer Operationstechnik unter dem Mikroskop.
- Rheumatische Handdeformitäten – die verformte Hand bei fortgeschrittener rheumatoider Arthritis verlangt eigene Erfahrung und enge Abstimmung mit der Rheumatologie.
- Komplexe Handgelenksrekonstruktionen – etwa nach in Fehlstellung verheilten Brüchen oder bei fortgeschrittenem Knochenverschleiss der Handwurzel.
- Angeborene Fehlbildungen bei Kindern – ein Gebiet der Kinderhandchirurgie.
- Nervenverletzungen mit ausgedehntem Defekt – wenn ein Nervenstück fehlt und überbrückt werden muss.
In diesen Fällen sagen Sie besser gleich in einem spezialisierten Zentrum vorstellig zu werden, als bei mir Zeit zu verlieren. Eine gute erste Anlaufstelle für die Suche ist die Arztsuche der Österreichischen Ärztekammer.
Wofür ich der Richtige bin
Damit Sie es einordnen können, nenne ich meinen eigenen Zuschnitt so genau wie möglich: Mein Schwerpunkt ist das Karpaltunnelsyndrom und seine minimalinvasive Behandlung – endoskopisch über einen wenige Millimeter grossen Zugang oder ultraschallgezielt ganz ohne Hautschnitt. Dazu kommen die häufigen Erkrankungen und Verletzungen der Hand: Schnellender Finger, Morbus de Quervain, Dupuytren, Ganglion, Brüche an Speiche, Kahnbein, Mittelhand und Fingern.
Was ich nicht mache, steht oben. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Problem in diese Liste fällt: Das lässt sich in einem kurzen Gespräch klären, auch per Telemedizin. Eine Zweitmeinung kostet Sie wenig Zeit und kann eine Operation ersparen – oder eine notwendige beschleunigen.
Mehr zu meiner Ausbildung und Tätigkeit: Zur Person. Handchirurgie in Wien: Ordination Döbling, in Niederösterreich: Ordination Tulln.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich einen guten Handchirurgen?
An drei Dingen: an der Zahl der Eingriffe, die er oder sie pro Jahr tatsächlich durchführt, an der Bereitschaft, mehrere Verfahren abzuwägen statt nur eines anzubieten, und an einem Gespräch, in dem auch Risiken und Grenzen offen zur Sprache kommen.
Braucht es für die Hand immer einen Facharzt für Plastische Chirurgie?
Nein. Handchirurgie wird in Österreich von Fachärztinnen und Fachärzten verschiedener Sonderfächer betrieben – Orthopädie und Traumatologie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie. Entscheidend ist die tatsächliche Erfahrung mit Ihrem Krankheitsbild, nicht die Bezeichnung des Sonderfachs.
Lohnt sich eine Zweitmeinung?
Bei einer geplanten Operation fast immer. Sie kostet einen Termin und kann einen unnötigen Eingriff verhindern – oder bestätigen, dass der vorgeschlagene Weg richtig ist. Beides ist den Termin wert.
Warum nennen Sie hier keine Namen von Kollegen?
Weil das österreichische Standesrecht Ärztinnen und Ärzten Vergleiche und Bewertungen von Kolleginnen und Kollegen untersagt – und weil eine Rangliste aus der Feder eines Mitbewerbers ohnehin wenig wert wäre. Die Kriterien oben helfen Ihnen mehr als eine Liste.
- Den „besten“ Handchirurgen gibt es nicht – es gibt den passenden für Ihr Problem.
- Fragen Sie nach der Zahl der Eingriffe pro Jahr, nach den Alternativen zum vorgeschlagenen Verfahren und danach, was die Operation nicht leisten wird.
- Bei Replantationen, rheumatischer Handdeformität, komplexen Handgelenksrekonstruktionen und angeborenen Fehlbildungen ist ein spezialisiertes Zentrum die bessere Adresse.
- Eine Zweitmeinung vor einer geplanten Handoperation ist fast immer den Termin wert.

