Endoprothetik – künstlicher Gelenkersatz
Wenn das Gelenk am Ende ist: Moderne Prothesen geben Lebensqualität zurück – zum richtigen Zeitpunkt, beim richtigen Patienten.
Wann ist ein Gelenkersatz sinnvoll
Erst wenn die konservativen Möglichkeiten – also die Behandlung ohne Operation, etwa Bewegungstherapie, Gewichtsmanagement, Schmerztherapie und gegebenenfalls gelenkerhaltende Eingriffe – ausgeschöpft sind und Schmerzen sowie Funktionsverlust die Lebensqualität dauerhaft einschränken, stellt sich die Frage nach der Prothese (dem künstlichen Gelenk). Behandelt wird der Mensch, nicht das Röntgenbild: Der Leidensdruck entscheidet, nicht der Grad der Arthrose (des Gelenkverschleißes) allein.
- Ein künstliches Gelenk ist die letzte, nicht die erste Option – aber eine der erfolgreichsten Operationen der Medizin
- Künstliche Gelenke für Hüfte, Knie und Schulter (Prothesen) mit modernen, langlebigen Implantaten (im Körper eingesetzten künstlichen Gelenkteilen)
- Entscheidend ist der Leidensdruck des Patienten, nicht das Röntgenbild
- Standzeiten moderner Prothesen: häufig 15–25 Jahre
Prothesen des Hüftgelenks
Das vollständige künstliche Hüftgelenk (Hüfttotalendoprothese) gilt als eine der erfolgreichsten Operationen überhaupt: Über 90 % der eingesetzten künstlichen Gelenke funktionieren nach 15 Jahren noch einwandfrei. Moderne, besonders gewebeschonende Operationswege (minimalinvasive Zugänge) schonen die Muskulatur und erlauben ein rasches Wiederauf-die-Beine-Kommen (eine rasche Mobilisation) – meist schon am Tag der Operation.

Prothesen des Kniegelenks
Vom Teilersatz (der sogenannten Schlittenprothese, bei der nur der abgenützte Teil des Gelenks ersetzt wird) bei einseitiger Abnützung bis zum vollständigen künstlichen Gelenk (Totalendoprothese): Die Wahl des Implantats richtet sich nach der Ausdehnung des Gelenkverschleißes (der Arthrose), nach der Stabilität der Bänder und nach der Beinachse (der Ausrichtung des Beins). Zur Aufklärung gehört auch eine realistische Erwartung: Das künstliche Knie ist eine sehr gute Lösung gegen Schmerz und Steifigkeit – ein 20-jähriges Knie wird es nicht.
Prothesen des Schultergelenks
Bei fortgeschrittenem Verschleiß des Schultergelenks (Schulterarthrose) stehen die anatomische Prothese (ein künstliches Gelenk, das dem natürlichen Aufbau folgt – bei intakter Rotatorenmanschette, also der Muskel-Sehnen-Kappe, die die Schulter umgibt und führt) und die inverse Prothese (ein künstliches Gelenk mit umgekehrtem Aufbau – bei geschädigter Muskel-Sehnen-Kappe oder komplexen Brüchen) zur Verfügung. Die inverse Schulterprothese hat die Behandlung der Defektarthropathie (eines Gelenkverschleißes, der mit einer geschädigten Muskel-Sehnen-Kappe einhergeht) grundlegend verändert und ermöglicht auch dort wieder aktive Beweglichkeit.
Meine Rolle
Ich begleite Sie durch die Diagnose, die Beurteilung, ob und wann eine Operation angezeigt ist (die Indikationsstellung), und die Therapieentscheidung, operiere an ausgewählten Wiener Privatkliniken und betreue die Nachbehandlung strukturiert bis zur Rückkehr in Alltag und Sport. Zweitmeinungen vor einem geplanten Gelenkersatz sind ausdrücklich willkommen – auch telemedizinisch (also über Videosprechstunde aus der Ferne).
Häufige Fragen
Wie lange hält eine Prothese?
Moderne künstliche Hüft- und Kniegelenke erreichen Haltbarkeiten (Standzeiten) von 15–25 Jahren; Daten aus den Registern, in denen diese Operationen erfasst werden, zeigen kontinuierliche Verbesserungen. Auch Wechseloperationen (der Austausch eines künstlichen Gelenks) sind heute gut standardisiert, folgen also einem festen, bewährten Ablauf.
Wie schnell bin ich nach der OP wieder mobil?
Das Aufstehen am Tag der Operation oder am Folgetag ist heute Standard. Gehstützen begleiten Sie 2–6 Wochen; alltägliche Aktivitäten sind meist nach 6–12 Wochen gut möglich.
Darf ich mit Prothese Sport machen?
Ja – empfohlen sind gelenkschonende Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Wandern, Golf oder Langlauf. Sportarten mit abruptem Anhalten und Loslaufen (Stop-and-go) sowie Kontaktsportarten werden individuell besprochen.
- Bei starkem Gelenkverschleiß an Hüfte, Knie oder Schulter kann ein künstliches Gelenk Ihre Schmerzen lindern und Ihre Beweglichkeit zurückbringen.
- Eine Operation ist erst dann sinnvoll, wenn alle Behandlungen ohne Operation ausgeschöpft sind und die Schmerzen Ihr Leben dauerhaft einschränken – entscheidend ist Ihr Leidensdruck, nicht allein das Röntgenbild.
- Moderne künstliche Gelenke halten häufig 15 bis 25 Jahre, und meist können Sie schon am Tag der Operation oder am Folgetag wieder aufstehen.
- Nach der Heilung sind gelenkschonende Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Wandern ausdrücklich empfohlen; holen Sie sich bei Unsicherheit ruhig eine zweite Meinung ein.
